There is no such thing as >Black Music<

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Can we please somehow stop the blockheadedness of calling a certain kind of music genre „black music“?!
Thank you!

Otherwise I would need to insist on introducing another pigeonhole called „white music“. Sounds foolish, doesn’t it?!
Well, that’s because it is foolish!
Thank you once again! 

 

Mal angenommen, eine der großen Ketten […] käme auf die Idee, alles von Beethoven bis Strawinsky, von Elton John bis THE SMITHS, von Udo Jürgens bis Johnny Cash, unter die gemeinsame Rubrik „White Music“ zu stellen – das Geschrei wäre groß. Undenkbar, eine so große kulturelle Vielfalt unter die banale, alles vereinende und damit nivellierende Kategorie der Hautfarbe zu stellen! Aber warum eigentlich nicht? Waren bzw. sind Beethoven und Morrisey nicht gleichermaßen „weiß“? Und könnte man nicht sogar aufgrund einer musikhistorischen, spitzfindig theoretisch untermauerten Genealogie erklären, dass es jenseits der gängigen Unterscheidung zwischen „E“ und „U“ eine ganze spezielle, alle oben genannten einende Tradition „weißer“ Musikästhetik gäbe, deren Gemeinsamkeit beispielsweise in der auffälligen Abwesenheit von Groove liege? – So absurd diese Argumentation auch erscheinen mag, liegt ihr doch eine andernorts alltäglich wie selbstverständlich vollzogene Praxis zugrunde: Daran, dass sich in zahlreichen Plattenläden eine eigene Rubrik namens „Black Music“ finden lässt, dass es Radiosendungen und Zeitschriften mit diesem Titel gibt […] und dass „Black Music“ seit Beginn der (vornehmlich weißen) Pop-Geschichtsschreibung zu einem feststehenden Begriff geworden ist unter den sich heute je nach Belieben alles von Soul bis HipHop, von R&B bis House subsumieren lässt – daran haben wir uns längst gewöhnt.

Wenn aber das Spezifische oder doch zumindest Einende an so extrem unterschiedlichen Künstlern wie Richie Havens und Aretha Franklin, George Clinton und Cody Chesnutt ihre „Blackness“ sein soll, dann wäre es nur zuträglich, diese banale Verengung auch auf Musikerinnen und Musiker weißer Hautfarbe anzuwenden. Dann nämlich erst, im Spiegel einer beleidigten, weil sich stets als künstlerisch gegenüber ‚Banalitäten‘ wie Hautfarbe erhaben gerierenden, auf ‚individuelle Werdegänge‘ beharrenden Hegemonialkultur, könnte entlarvend deutlich werden, mit welch diskursiv diskriminierender Gewalt der Begriff „Black Music“ seitens weißer […] Geschichtsschreibung immer schon marginalisierende Zwecke verfolgte – nicht zuletzt jenen Zweck, mit einer Verengung auf „Soul-Disco-Dance-Groove“ zu suggerieren, das ‚Schwarze‘ in einer (implizit als hochwertiger gehandelten) Rockkultur keinen Platz haben und sich dort ja aufgrund ihrer musikalischen Tradition auch gar nicht aufgehoben fänden.

Dies ist nur eine der stillschweigend, also meist unausgesprochen mit dem Begriff der „Black Music“ vorgenommenen Zuweisung und Ausgrenzung, deren essenzialistisches Vokabular sich selbst dort noch zu erkennen gibt, wo wohlwollend von der „Spiritualität“ des Souls, vom Blues „im Blut“ oder von der „Ursprünglichkeit“, wenn nicht gar „Besessenheit“ des Grooves die Rede ist. Ausdrücke dieser Art, denen die alte Dichotomie zugrund liegt, „schwarze Kultur“ als „körperlich“ und „weiße“ als „geistig“ aufzufassen […], sind schon lange zu Gemeinplätzen im Musikjournalismus geworden. Testcard #13, 2004. Editorial, S. 4-6

Daran scheint sich, auch gut 10 Jahre nachdem Obenstehendes verfasst wurde, kaum etwas geändert zu haben.

 

Mehr zum Thema:

Arndt, Susan (2004): Kolonialismus, Rassismus und Sprache. Kritische Betrachtungen der deutschen Afrikaterminologie. Bundeszentrale für politische Bildung: Online verfügbar.

Arndt, Susan; Ofuatey-Alazard, Nadja (Hrsg.) (2011): Wie Rassismus aus Wörtern spricht: (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Münster: Unrast.

Hall, Stuart; Evans, Jessica; Nixon, Sean (Hrsg.) (2013): Representation. London: u.a.: Sage; The Open University.

Rodman, Gilbert B. (Hrsg.) (2014): The Race and Media Reader. New York; London: Routledge.

Waltinger, Michael (2013): Afrika(ner)bilder in westlichen Medien. Ungleichheit und die Repräsentation des Anderen im Zuge globaler Kommunikationsflüsse. [Africa(ns) in Western Media. Inequality and Representation of the Other in Global Flows of Communication.] In: Maurer, Bjoern; Reinhard-Hauck, Petra; Schluchter, Jan-René; von Zimmermann, Martina (eds.:): Medienbildung in einer sich wandelnden Gesellschaft. Festschrift für Horst Niesyto. Muenchen: kopaed, pp. 279-290.

People of Color (PoC)-Emoticons out

140429181000-oju-logo-horizontal-galleryA Mauritius based app-company called Oju Africa has recently launched an Emoji-app that allows any Android device to use black/poc emoticons. The move came in order to promote racial diversity in mobile characters. The word „Oju“ means „faces“ in the Nigerian Yoruba language.

The app is available from Google play-store and should shortly be available for iOS as well.

Source: The African app company that trumped Apple to launch first black emoticons (from CNN)

 

 

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Oju Africa emoticon

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Never buy into the Single Story. Or: What it means to be ‚authentically African‘

This is a must-see and very inspiring as well as insightful TED-talk by Nigerian novelist Chimamanda Adichie. Amongst other references, she talks about her experiences of being an ‚African in the West‘ and how she got confronted with the socially constructed concept of ‚being African‘, though she had never thought of it before. Well, why would she have ever done that?

„I left Nigeria to go to university in the United States. I was 19. My American roommate was shocked by me. She asked where I had learned to speak English so well, and was confused when I said that Nigeria happened to have English as its official language. She asked if she could listen to what she called my „tribal music,“ and was consequently very disappointed when I produced my tape of Mariah Carey […]. She assumed that I did not know how to use a stove.”

 

Reference: Chimamanda Ngozi Adichie (2009, July 23rd): The danger of a single story. Oxford: TEDglobal 2009.
Recommended readings by Adichie: Americanah (novel) & The Thing Around Your Neck (12 short stories).

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